Manifest für Bewusste Männer

Vor einigen Wochen veröffentlichten Arjuna Ardagh und Gay Hendricks auf Facebook ein Manifesto for Conscious Men, das dort und auch auf anderen Plattformen und in diversen Blogs einige Wellen erzeugt hat. Es gab viele Stimmen, die dieses Manifest als wichtig und wertvoll betrachteten und andere, die es als Armutszeugnis für die Männer und einen Kniefall vor dem Feminismus bezeichneten.

Heinz hat das Manifest im Einverständnis von Arjuna ins Deutsche übersetzt und bereits auch auf Facebook veröffentlicht. Hier findest du das Dokument als PDF.

Uns würde deine Meinung dazu interessieren.
Was ist deine Sichtweise als Mann darauf? Kannst du dieses Manifest so unterzeichnen, oder was hält dich davon ab, deine Stimme dafür zu geben?
Und du als Frau, fühlst du dich gesehen, oder missverstanden? Findest du es gut, wenn dir ein Mann diese Worte aus ehrlichem Herzen sagt, während er dir tief in die Augen schaut?

Hinterlasse deine Sichtweise als Kommentar oder gehe auf Facebook und schliesse dich dort der Diskussion an.

17 Comments on “Manifest für Bewusste Männer

  1. Ich gebe als Frau gerne meine Wahrheit dazu. Zuerst möchte ich sagen, dass ich Arjuna und Gay als Lebenslehrer sehr schätze, auch dafür dass das was sie lehren, auch wirklich selber leben, dies ist für mich vertrauenswürdig. Zur Formulierung des Conscious Men Manisfesto hab ich gespaltene Gefühle. Auf der einen Seite kann ich als Frau sagen, JA ich fühl mich gesehen, wenn das ein Mann authentisch zu mir sagt, auf der anderen Seite, weiss ich um die Falle, (die für beide Seiten schmerzhaft ist) das viele Männer tendieren der Frau gefallen zu wollen (was kein worshipping ist, sehr ähnlich aussieht und tönt). Dies löst einen unglaublichern Teufelskreis aus, von dem wir alle schon unsere Erfahrungen gemacht haben (die Falle für die Frau dass sie das gefallen wollen als worshipping nimmt. Wenn sie das nicht unterscheiden kann ist sie nicht in ihrer Mitte, sie ist dann das kleine Mädchen, die dem Vater gefallen will) Also ich glaube kaum, das wir noch mehr von diesen Missverständnissen brauchen, das läuft schon zur genüge. Ich glaube dass die Männer die vom Armutszeugnis sprechen, von diesem Muster reden oder dort getriggert werden. Da kommen meine Bedenken auf, ob diese Form wirklich unterstützend ist für Mann, der die Nase voll hat vom gefallen wollen. Das worshippen als oberes Ziel mag ja wohl stimmen, doch die Schritte zwischendrin müssen auch gemacht sein und was konkret dies für Mann, der nicht mehr gefallen will heisst, dieses „wichtige Stück“ scheint mir zu fehlen. Dies ist die Herausforderung für euch Männer das für euch herauszufinden. Diese tiefe Wahrheit wird euch NIE eine Frau sagen können, was das heisst, vom Gefallen wollen zum Worshippen, das könnt nur ihr selber rausfinden – falls ihr wollt. Ich wünsche euch viel Spass und Freude dabei, es ist ein Schritt zu euch selber. Und das Gefundene, dann im Manifesto zu verankern, was für eine Bereicherung für die ganze Welt.

  2. Die Idee, dass sich ein „Manifest für bewusste Männer“ (Frage: gibt es dann auch bald ein Manifest für unbewusste Männer?) zuerst einmal an die Frau, an das Feminine wendet ist mehr als fragwürdig. Das heisst für mich nichts anderes, als dass sich dieser „bewusste Mann“ am Femininen orientiert und dort vor allem am Verhalten des Mannes in der Vergangenheit. Das ist der zweite Schwachpunkt des Manifestes, die Ausrichtung an der Vergangenheit. Deshalb ist dieses Manifest für mich als Mann unbrauchbar und die guten Ansätze, die zweifellos vorhanden sind, gehen unter. Ich bezeichne dieses sog. Manifest eher als Entschuldigungsschreiben an die verletzte Frau.

  3. Lieber Premgit,
    danke für dein Kommentar.
    Ich gebe dir Recht, dass der Titel „Manifest“ für dieses Dokument vielleicht etwas unglücklich gewählt ist, da es tatsächlich, wie du sagst, eher ein Entschuldigungsschreiben ist. Jedoch aus meiner Sicht, ein nicht speziell „an die verletzte Frau“, sondern eine Entschuldigung für das unbewusste, verletzende Maskuline. Dies ist jedoch auch ein Auftrag an das Feminine ihren Teil an den Verletzungen und Kriegen der Vergangenheit zu erkennen und zu integrieren. Sich mit der Vergangenheit in dieser Art auseinanderzusetzen, macht für mich soweit Sinn, dass es eine Integration braucht, bevor ich weitergehen kann.
    Das macht ja den bewussten Mann aus, dass er sieht wo er herkommt, diese Herkunft akzeptiert und nicht ablehnt oder verdrängt. Und auch, dass er weiss, dass die Welt aus ständiger Veränderung und Entwicklung besteht, dass es kein Zurück gibt, sondern nur ein Vorwärts. Vorwärts zu einer Einheit des Femininen und Maskulinen in einer tiefen, bedingungslosen Liebe, Synergie und Co-Kreation einer Welt in der es kein Konkurrenzverhalten oder gar Kampf der Geschlechter gibt.
    Dieses Manifest ist sicher nur der Beginn und wird weiter bearbeitet. Jeder Mann ist aufgerufen, seine Einwände und Vorschläge zur Verbesserung beizutragen.
    Alles Liebe,
    Heinz

  4. Liebste Raffaella,
    Mit „worshipping“ ist tatsächlich nicht die Verehrung der Frau gemeint, sondern des höchsten weiblichen Prinzips, der Göttin, der grossen Mutter. Es ist sehr wichtig dies zu verstehen, und ich gebe dir recht, dass da für uns Männer noch einige Schritte zu machen sind, bevor wir das nicht nur verstandesmässig verstehen, sondern richtig verinnerlicht haben. Dieser Herausforderung stelle ich mich gerne und ich freue mich über jeden Mann in meinem Freundeskreis, der auch dazu bereit ist.
    Herzlichen Dank für deine Wahrheit,
    Heinz

  5. Mich hat dieser Text geärgert, nachdem ich ihn gelesen habe.In mir wurde dabei der Eindruck erweckt, dass das Männliche der Inbegriff dessen ist, was auf dieser Erde schlecht ist, dass der Mann die alleinige oder zumindest den grössten Teil der Verantwortung, an allem, was auf diesem Planeten schief gelaufen ist, trägt. Dass der weibliche Prinzip dagegen sämtliche Werte beinhaltet, die unserem von Männern geschändeten Planeten Heilung bringen werden, und dass unsere ganze Menschheitsgeschichte vom Scheusal Mann geprägt wurde. Betroffen macht mich auch der Ansatz, dass ein Mann in der ausschließlichen Ausrichtung zum Weiblichen sich selbst finden soll oder zumindest seine besseren Seiten. Ich glaube dagegen, dass Mann und Frau immer gemeinsam den Lauf unseres Daseins auf Erden geprägt haben, völlig unabhängig davon, wer mal mehr oder weniger im Vordergrund gehandelt hat. Wir sind die zwei Seiten der gleichen Medaille und tragen gemeinsan den gleichen Verantwortungsanteil. Ich glaube einfach, dass Mann und Frau auf sehr unterschiedliche Art und Weise das Göttliche ineinander verkennen können. Liebe Grüße
    Andreas

  6. Ja, in dem Manifest steckt viel Wahrheit darin.
    Es ist Teil des notwendigen Weges zur zweiten Stufe, d.h vom prärationalen zum rationalen Mann-sein.
    Und unsere Reise als M und F geht m.E. noch weit darüber hinaus. Dazu finde ich bei Deida für mich Stimmiges.

    Manche Männer kommentieren auf Utube das Video aus dem Blickwinkel: Was fällt denen ein, für mich zu sprechen. Es richtet sich in der Tat nicht an Männer und suggeriert „Wir sind die besseren Männer“ – ohne Würdigung und Wertschätzung für das kreativ-maskulin in uns (und in Frauen). Dadurch ist das Video wiederum also recht maskulin. So sind wir wohl…
    Andreas

  7. viel wahres drin – aber auch viel zu viel „eso-style-geschwafel“. ich kann diese schreibe nicht ab.

  8. Ja, das ist auch sehr amerikanisch, aber auch in einer nicht „sehr männlichen“ Sprache geschrieben. Vielleicht braucht genau das die Welt.

  9. Was ein entsetzliches Gewinsel!
    Ein völlig überflüssiger Kotau vor dem „göttlichen Weiblichen“. Bar jeder Selbstachtung (des Männlichen). Einefortgesetzte Selbstanklage (fast) ohne positiv- konstruktive Aspekte für mich als Mann.
    Die Autoren halte ich für therapiebedürftig.
    Und ich verbitte mir ausdrücklich den Übergriff, für mich als Mann zu sprechen!
    Ich bin entsetzt und abgestossen von solch anmassender Haltung
    Thomas

  10. Wow, Thomas,
    und spricht so ein bewusster Mann? Ich sehe sehr viel Hass hier zwischen den Zeilen und keine konstruktiven Änderungsvorschläge.
    Heinz

  11. Ich persönlich sehe überhaupt keinen Hass zwischen den Zeilen, sondern nur einen ganz gesunden Ärger über einen Text, der einem Mann als solchem keine Chance bietet in sich selbst, sich selbst zu finden.

  12. Lieber Andreas,
    vielleicht ist dieses Manifest für bewusste Männer, die sich in gewissem Grad schon selbst gefunden haben und bereit sind eine tiefe Verbindung mit dem Weiblichen einzugehen.
    Mich würde interessieren was daran zu verbessern wäre? Vielleicht habt ihr ja Lust direkt an die Autoren zu schreiben.
    LG, Heinz

  13. Diesen Text richtet sich nicht an „bewusste“ Männer, sondern an Männer die vom Feminismus aller Art gehirngewaschen worden sind. Ich muß hier meinen Vorkommentatoren Andreas und Thomas vollständig recht geben, die darin eine Anpassung an den feministischen geprägten Zeitgeist sehen. Dieser postuliert das Dogma eines präzivilisatorischen matriachalen Idealzustands, der angeblich von Männern zerstört worden ist. Ein solches unterwürfiges Anschleimen an heutige politisch korrekte Glaubensinhalte ist heute eines bewußten, intelligenten Mannes unwürdig. Es fehlt hier leider der Platz, um auf jeden Unsinn in diesem „Manifest“ einzugehen, eine Dekonstruktion des pseudoesoterischen und vulgärpsychologischen Inhalts und der verschwurbelten Sprache dieses Manifestes ist jedoch leicht möglich und ich bedaure alle Männer, die auf so etwas noch hereinfallen.

    Zu meiner Person kann ich sagen, ich bin ein Mann, der wegen seiner androgynen Anteile beide Seiten wahrnehmen kann, die weibliche und die männliche und der sich sehr wohl über die negativen, dunklen als auch die positiven, hellen Seiten von Männern bewusst ist. Vor allem versuche ich, unabhängig von modischen Ideologien und Glaubensinhalten einen Weg für mich als Mann zu finden, der der nicht von außerhalb bestimmt wird, sondern durch meine Identität und Wahrnehmung der Welt als Mann. Dazu habe ich viele, viele frühere Überzeugungen und Glaubenssätze über Bord geworfen. Und allen Frauen, dier hier mitlesen, möchte ich sagen: es werden Zeiten kommen, an denen ihr euch wünschen werdet, nicht mehr von dressierten Männchen umgeben zu sein, sondern von freien, starken und sensiblen Männern, die euch und eure Freiheit schützen werden.

  14. Manche Männer haben ein Faible für strenge Befehlshaberinnen in Lack & Leder. Andere wiederum schmachten stattdessen FrauInnen in Schlabberklamotten und Birkenstocklatschen an.

    Manche Männer geben Sätze von sich wie „Herrin, bestrafe Dienen nichtswürdigen Sklaven, der die Unbotmäßigkeit besitzt, Deine Stiefelspitze küssen zu wollen!“ Andere wiederum sondern Sachen ab, die sich anhören wie: „Wir Männer müssen lernen, unter Führung der Frauen zu lernen, den Macho in uns allen zu bekämpfen.“

    Für manche Männer ist es das höchste der Gefühle, von gestrengen Herrinnen angekettet und ausgepeitscht zu werden. Andere wiederum unterwerfen sich willig einer weitaus grausameren Prozedur: dem Beziehungsgespräch.

    Während aber Männer der erstgenannten Kategorie für ihr Vergnügen mit schwerem Geld bezahlen müssen, gelangen Männer der zweitgenannten Kategorie ganz kostenlos zu ihrer Erfüllung.

    Fazit: Heinz Robert, du bist ein ganz schlauer Genießer!

  15. Lieber Beelzebub,
    deinem Spitznamen nach scheinst du ja nicht gerade dem Himmel zugewandt zu sein, also verstehe ich, dass du mit diesem Manifest sofort BDSM verbindest.
    Dass du mich persönlich damit in Verbindung bringt verzeihe ich dir gerne.
    Du scheinst mir deine persönlichen Schatten auf andere Männer zu projizieren, du schreibst in deinem Beitrag kein Wort über dich.
    Herzlichst,
    Heinz

  16. Ich sehe die Wichtigkeit eines solchen Textes. Wie er auch immer genannt wird. Aufgepasst dass man sich nicht inter einer gestelzten Sprache versteckt…
    Auch wenn er NUR zur Diskussion anregt, hat sich doch dabei schon erfüllt. Denn sind wir doch mal ehrlich, es besteht ein Zwist zwischen Mann und Frau, wer diesen nicht gesehen hat, hat weggesehen oder nur sich selbst gesehen.
    Ich fühlte mich über meine gesamte Jugend unverstanden, ich war weder der typische Mann der sich mit Kräften misst noch war ich eine Frau. Dies klingt vielleicht nach „Geburt im falschen Körper“, nein das nicht. Ich wusste ganz klar ich bin ein Mann. Doch konnte ich mich nirgends wiedererkennen.

    Mit der Zeit wollte ich nichts mehr daran ändern, ich wusste ja nicht wie, meine Ansichten und Gefühle interessierten höchsten die Mädchen, doch kam ich dabei als Mann nicht zum Zug. Ich war dann halt Freund etc.
    Obwohl ich mich dabei wohl fühlte fehlte doch ganz klar der Männliche Aspekt, dieses um etwas Kämpfen, die Härte, all das schien an mir vorbeigegangen zu sein. Ich lebte meine weiblichen Anteile und fühlte mich männlich.

    Heute da ich älter bin und mich demzufolge stark mit mir selbst beschäftigt habe, heute selbst coach bin. erkenne ich die Wichtigkeit dieses Lebensweges. Ich musste mir den Kampf aneignen, und kämpfe auch heute noch lieber gegen mich als gegen andere. Doch die feminine intuitive Seite war schon immer da. Die verbindung dieser Seiten erkenne ich im Manifest und ich weiss um die Wichtigkeit dieses Schrittes.

    Ich habe nicht das Bedürfnis mich bei den Frauen zu entschuldigen, ich sehe aber einige die sich solche Gedanken ernsthaft mal machen sollten. Und trotzdem habe ich es gemacht, mehr als einmal nicht bei einer Frau konkret aber kollektiv. Und dabei die Freiheit erfahren.

    Ich kann nur jedem Raten, der sich hier so aggressiv äussert doch mal etwas Reflektionskraft walten zu lassen. Ist es nicht so, dass ich mich verteidigen muss wenn ich angegriffen werde? Also weshalb verteidigst Du Dich? Wo wurdest Du verwundet?
    In diesem Sinne mag dieses Manifest für die aktuellen Führungsgenerationen von grosser Bedeutung sein. Unter den jüngeren Männer ist diese Anerkennung der „Frau“ schon länger normal.
    Willkommen im Heute und Grüsse ins Morgen
    Yves Nater

    ps. was mich etwas stört ist die Tatsache dass die Kommentare hier befeedbackt werden. Wenn hier ein Austausch stattfinden soll müsste das meiner Ansicht nach klar deklariert werden. Damit wüsste jeder, dass eine Rückmeldung erfolgt. Dies sollte die Qualität der Kommentare verändern.

  17. Ich war sehr berührt von dem Text und er sprach mir aus dem Herzen. Die Gewalt und die Unterdrückung, die Männer im Patriarchat den Frauen angetan haben – und noch antun – tun sie sich letztendlich auch selber an. Denn auch wir Männer tragen das Weibliche in Form der verinnerlichten Mutter in uns. Spalten wir diesen Anteil in uns ab, so spüren wir diesen Schmerz nicht und wir entfremden uns vom Weiblichen. Nähern wir uns diesem Anteil in uns an, so wird dieser Schmerz unerträglich – für mich ist er das. Der Text ist für mich kein „Kniefall vor dem Feminismus“, sondern der längst fällige Kniefall vor dem Weiblichen, in einer Zeit, in der wir in unserer eigenen patriarchalen Scheisse langsam ersaufen (Globalisierung, Umweltzerstörung, Überbevölkerung, Kriege, Genozide). Eine Gesellschaft die Frauen klein und schwach macht und die Kraft des Weiblichen nicht nutzt, verliert das Menschliche.
    Ich würde das Manifest sofort unterschreiben!
    Robert Stein

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